Die Venus von Willendorf zählt für mich zu den schönsten Urmüttern. Sie berührt mich. Vielleicht weil sie so wunderbar unperfekt ist und in einer auf Perfektionismus konditionierten Welt den Blick nach innen zieht. Darum tauche ich auch immer mal wieder in die Venus der Fülle ein, verbinde mich mit ihr und mit mir.

Über die Venus von Willendorf

Die original Venus von Willendorf ist eine ca. 27.000 Jahre alte Statuette, die 1908 bei Bauarbeiten in Willendorf an den Ufern der Donau gefunden wurde. Die Figurine ist aus Kalkstein, ca. 11 cm groß und stellt eine nackte, füllige Frau mittleren Alters dar.
Über die Symbolik der Venus von Willendorf gibt es sehr unterschiedliche Meinungen. Manche sehen in ihr ein Fruchtbarkeitssymbol, andere die Darstellung einer Göttin, die Verkörperung von Mutter Erde oder ein Mahnmal für steinzeitliches Konsumdenken, Sexismus und Egoismus. Fakt ist, dass wir niemals erfahren werden, warum sie geschaffen wurde und was ihr Schöpfer in ihr sah.

Wie können wir mit diesem Geschenk unserer Ahnen umgehen?
Wir können sie ansehen, sie anfassen, sie fühlen. Wir können für uns erforschen, wie und ob sie uns in der Tiefe unseres Selbst berührt. Wir können die Wertschätzung verinnerlichen, die unsere Ahnen einer von Lebensfülle überquellenden Frau entgegenbrachten. Es mag nicht mehr wissenschaftlich nachweisbar sein, was die große Dame für unsere Ahnen bedeutete - doch ihre Bedeutung muss gewaltig gewesen sein! Es wurden viele ähnliche Venusdarstellungen gefunden - verteilt in den unglaublichen Weiten Europas, geschaffen in Zeitspannen von tausenden von Jahren. Das Leben damals war hart und ein täglicher Kampf ums Überleben. Dennoch waren diese Figurinen für die Menschen so wichtig, dass sie Tage lang ihre Zeit und Kraft in die Erschaffung einer Frau fließen ließen! Frauen, deren Fülle für alle sichtbar ist. Mächtige Urmütter.

Wirklich wichtig ist, was Du in der Venus siehst.
Ich liebe diese Darstellung einer Frau! Ich sehe in der Venus von Willendorf Liebe. Liebe zum Leben. Liebe zum Anderssein. Liebe zu sich selbst. Ich sehe in ihr die Fülle des Lebens. Die Fülle an verschiedenen Facetten und Wegen. Die Fülle mit der uns unsere Mutter Erde versorgt. Die Fülle ihrer Schätze. Ich sehe weibliche Weichheit, an der ich mich anschmiege, in der ich eintauche. Weibliche Weichheit, die mir gleichzeitig Halt gibt, mich sanft in ihre Arme einhüllt und stützt. Ich fühle die Kraft ihres großen Herzens, das überschäumt von nährender Fülle.

Was siehst Du in ihr?

 

Ich heiße Anna-Lena und bin eine naturspirituelle Kunsthandwerkerin, die voller Wertschätzung, Respekt und Dankbarkeit mit den Geschenken von Mutter Erde arbeitet. Ich filze, schnitze, male, nähe, häkle, töpfere und noch eine ganze Menge mehr und am liebsten Göttinnen.
Auf meiner privaten Seite "Seelengöttin" möchte ich Dir einige meiner künstlerischen sowie schriftstellerischen Arbeiten vorstellen.